TAB

AKTUELLES



Januar 2010

      Der TAB-Brief Nr. 36 ist erschienen

      Anlässlich des 20jährigen Jubiläums des TAB widmet sich der neue TAB-Brief ausführlich der parlamentarischen Technikfolgenabschätzung. Am 27. Oktober 2009 hat sich der 17. Deutsche Bundestag konstituiert, die Ausschüsse und weitere Gremien haben in zumeist veränderter Zusammensetzung und mit zahlreichen neuen Abgeordneten ihre Arbeit aufgenommen. Diese Situation trifft zusammen mit dem 20jährigen Jubiläum des TAB im Jahr 2010. Deshalb ist dieser TAB-Brief etwas anders als üblich gestaltet.

      In Form dreier Schwerpunkte werden das TAB und die parlamentarische Technikfolgenabschätzung - teils im Rückblick, teils als Status-quo-Beschreibung - vorgestellt.

      Zunächst wird ein Überblick der wesentlichen institutionellen und inhaltlichen Aspekte der wissenschaftlichen Politikberatung durch das TAB gegeben; weiterhin wird das thematische Spektrum seiner Projekte illustriert und anhand von sieben besonders interessanten Beispielen veranschaulicht, und schließlich wird das Europäische Netzwerk parlamentarischer TA-Einrichtungen (EPTA) vorgestellt.

      Die elektronische Ausgabe des TAB-Briefes Nr. 36 kann als PDF-Datei vom Web-Angebot des TAB herunter geladen werden. Frühere Versionen finden sich unter http://www.tab.fzk.de/de/tabbrief.htm.
      Die gedruckte Ausgabe kann kostenlos beim Sekretariat - bitte per E-Mail buero@tab.fzk.de oder Fax (030 28491-119) - einmalig oder zum regelmäßigen Bezug angefordert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, per E-Mail über das Erscheinen der jeweils nächsten Ausgabe informiert zu werden.


Dezember 2009

      Innovative Therapien in klinischen Studien.
      Ein TAB-Innovationsbericht analysiert die Chancen und Risiken biomedizinischer Innovationen am Standort Deutschland.

      Die klinische Forschung ist ein wichtiges Glied in der Entwicklungskette neuer Therapiemethoden. Ist dieser Rahmen und sind die weiteren Randbedingungen in Deutschlang geeignet, einen frühen Zugang zu innovativen Anwendungen zu gewährleisten und zugleich soweit wie möglich Risiken für die Probanden zu vermeiden? Diese Frage war Ausgangspunkt einer ausführlichen Analyse, die das TAB im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung durchgeführt hat.

      Neuartige, auf Biotechnologie basierende Therapieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Wirtschaft und bei der Versorgung von Patienten mit innovativen Medikamenten. Der jetzt verfügbare TAB-Innovationsreport (TAB-Arbeitsbericht Nr. 132) gibt sowohl eine Übersicht der aktuell in Forschung und Entwicklung befindlichen neuen Therapieverfahren als auch eine hierauf bezogene Einschätzung der (EU-weiten und nationalen) regulatorischen Rahmenbedingungen. Es wird diskutiert, inwiefern die jetzigen oder zukünftigen Regelungen und Verfahren geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern, aber auch die Sicherheit der Probanden und Patienten sowie den Schutz von missbräuchlicher Verwendung zu gewährleisten. In einer vergleichenden Perspektive wird die Position Deutschlands im internationalen Kontext näher bestimmt.

      Bibliographische Angaben

      Bernhard Bührlen, Horst Christian Vollmar
      Innovationsreport Biomedizinische Innovationen und klinische Forschung - Wettbewerbs- und Regulierungsfragen
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 132, Juni 2009
      [PDF-Datei] (Volltext PDF 1.100 KB/140 S.) [Zusammenfassung]


      »Von der Vision zur Realität?«
      Ein Bericht des TAB zum Ubiquitären Computing ist erschienen.

      Ubiquitäres Computing gilt weltweit als ein erfolgversprechender Innovationspfad. Intensive FuE-Aktivitäten und politische Strategien gelten dem Ziel, praxistaugliche Technologien und Anwendungen zu befördern. Der TAB-Arbeitsbericht Nr. 131 analysiert den Stand und die Perspektiven der technischen Entwicklung und der Anwendungen in Wirtschaft und Gesellschaft.

      Wo stehen wir augenblicklich auf dem Weg zum ›Internet der Dinge‹? Welche Beispiele aus der Praxis zeigen bereits jetzt das Potenzial auf, das mit der Umsetzung der Grundidee des Ubiquitären Computings – die komplexe elektronische Vernetzung von Dingen, die kommunizieren – ausgeschöpft werden kann? Welche technischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen müssen dazu bewältigt werden – und worin kann der Beitrag der Politik bestehen? In einem neuen, unter der Federführung des Fraunhofer ISI erarbeiteten TAB-Zukunftsreport werden Status quo und Perspektiven des Ubiquitären Computings analysiert und an Beispielen wie Handel, Logistik, Gesundheitswesen illustriert.

      Die faszinierende ›Heinzelmännchentechnologie‹ des Ubiquitären Computings muss allerdings von den Beteiligten in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik noch umfassend fit gemacht werden, sollen ihre Anwendungen tatsächlich wirtschaftlich attraktiv, sozial verträglich sowie hilfreich bei der Bewältigung gesellschaftlicher Probleme werden.

      Bibliographische Angaben

      Michael Friedewald, Oliver Raabe, Daniel J. Koch, Peter Georgieff, Peter Neuhäusler
      Zukunftsreport Ubiquitäres Computing
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 131, Mai 2009
      Zusammenfassung


September 2009

      Ein Blick zurück in das Jahr 2008 - der neue Tätigkeitsbericht des TAB liegt vor

      Der Tätigkeitsbericht 2008 gibt einen Gesamtüberblick der abgeschlossenen und begonnenen Untersuchungen des TAB - u.a. zu Themen wie Gendoping, Energiepflanzen, Individualisierte Medizin und Ubiquitäres Computing. Zudem kann sich der Leser in Kürze über die Strukturen und Arbeitsabläufe des TAB sowie über die vorgelegten Veröffentlichungen informieren.

      Das Berichtsjahr 2008 war besonders geprägt durch ein ausführliches Findungsverfahren für neue TAB-Untersuchungen. Auf der Basis von 35 Themen, die von den Fraktionen und Ausschüssen vorgelegt und vom TAB kommentiert wurden, einigten sich die Fraktionen des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung zunächst im Juni auf zwölf Themen.

      Im Oktober beschloss der Ausschuss dann eine zweite Themenstaffel mit insgesamt weiteren acht Themen.

      Im Lauf des Berichtsjahrs wurden sechs Projekte mit der Vorlage der Endberichte abgeschlossen.

      • Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem (Zukunftsreport, TAB-Arbeitsbericht Nr. 126)
      • Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe (Endbericht zum TA-Projekt; TAB-Arbeitsbericht Nr. 127)
      • Transgenes Saatgut in Entwicklungsländern - Erfahrungen, Herausforderungen, Perspektiven (Endbericht zum TA-Projekt; TAB-Arbeitsbericht Nr. 128)

      Zum Jahreswechsel 2008/2009 befanden sich folgende Projekte noch in Bearbeitung:

      • Chancen und Perspektiven behinderungskompensierender Technologien am Arbeitsplatz
      • Stand und Perspektiven der militärischen Nutzung von unbemannten Systemen
      • Ubiquitäres Computing
      • Blockaden bei der Etablierung neuer Schlüsseltechnologien
      • Biomedizinische Innovationen und klinische Forschung - Wettbewerbs- und Regulierungsfragen
      • Medizintechnische Innovationen - Herausforderungen für Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik
      • Chancen und Herausforderungen neuer Energiepflanzen

      Die parlamentarische TA lebt wesentlich durch das Engagement der Parlamentarier. Wir danken deshalb allen Mitgliedern des Deutschen Bundestages, die das TAB bei seinen Bemühungen um parlamentarische Relevanz seiner Untersuchungsergebnisse unterstützt haben. Insbesondere danken wir den Berichterstatterinnen und Berichterstattern für TA im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Herrn Axel E. Fischer (CDU/CSU), Herrn Swen Schulz (SPD), Herrn Uwe Barth (FDP), Frau Dr. Petra Sitte (Die Linke) und Herrn Hans-Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen) sowie der Vorsitzenden des Ausschusses, Frau Ulla Burchardt (SPD), die in dieser Eigenschaft den Berichterstatterkreis leitet.

      Bibliographische Angaben

      Tätigkeitsbericht 2008
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 130, Juni 2009
      [PDF-Datei] (Volltext PDF 683 KB, 76 S.)


      Behinderungskompensierende Technologien - zielführende Interventionsstrategien am Arbeitsplatz?

      TAB-Bericht zu »Chancen und Perspektiven behinderungskompensierender Technologien am Arbeitsplatz« erschienen

      Deutschland verfügt im Rahmen der Sozialgesetzgebung und des Arbeitsrechts prinzipiell über ein großes Instrumentarium der Rehabilitation und eine lange Tradition in der beruflichen Eingliederung von Menschen, die von Behinderung bedroht oder betroffen sind. Zudem ist der Einsatz spezieller Technologien bzw. technischer Maßnahmen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Bestandteil der möglichen Interventionsstrategien im beruflichen Bereich. Sie ergänzen arbeitsorganisatorische und fördernde Maßnahmen in einer Kombination aus barrierefreiem Bauen und Gestalten, Arbeitsplatzanpassung und Einsatz individualisierter Hilfsmittel.

      Der nunmehr veröffentlichte Endbericht des TA-Projekts skizziert die mit behinderungskompensierenden Technologien (bkT) verbundenen Potenziale und Trends innovativer bzw. zukünftiger bkT. Auf dieser Basis wird der Anpassungsbedarf für einen verbesserten Einsatz von bkT am Arbeitsplatz diskutiert. Zudem werden die verfassungsrechtlichen, sozialgesetzlichen und -politischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von bkT am Arbeitsplatz dargestellt sowie sozioökonomische Aspekte thematisiert. Insgesamt kann auf der Basis dieser Analysen gesagt werden, dass ein umfassenderer Einsatz von bkT positive Auswirkungen auf die Beschäftigung sowohl jüngerer als auch älterer Menschen mit Behinderung haben kann, auch weil generell die Möglichkeiten zur Aktivität und damit zur gesellschaftlichen Teilhabe erhöht werden. Verfügbarkeit und Einsatz von bkT sind hierfür eine elementare Voraussetzung, nicht aber allein entscheidend. Damit Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen und dauerhaft erhalten werden können, sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, und die Vorbereitung eines Menschen mit Behinderung auf einen adäquat eingerichteten Arbeitsplatz erfordert immer sorgfältige Planung und entsprechende Umsetzung der Maßnahmen auf mehreren Ebenen.

      Bibliographische Angaben

      Christoph Revermann, Katrin Gerlinger
      Chancen und Perspektiven behinderungskompensierender Technologien am Arbeitsplatz
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 129, Januar 2009 [Zusammenfassung]

      Die gedruckte Fassung kann – solange vorrätig – beim Sekretariat des TAB (buero@tab.fzk.de) angefordert werden.
      Eine Buchveröffentlichung in der bei edition sigma erscheinenden Reihe »Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung« ist geplant.


Juni 2009

      »Wohlbekannt, doch ausbaufähig«
      Erste repräsentative Befragung zum deutschen Petitionswesen mit überraschenden Ergebnissen

      Zwei von drei Deutschen ist das Petitionsrecht ein Begriff, jeder Fünfte hat schon einmal Gebrauch davon gemacht. Eingebracht werden Petitionen zumeist von älteren, gut gebildeten Männern, wobei den Petenten eine gründliche Behandlung ihres Anliegens wichtiger ist als eine schnelle Antwort. Signifikante Unterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern sind nicht zu beobachten. Zu diesen Ergebnissen kommt das vom KIT betriebene „Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag“ in der ersten repräsentativen Befragung zum deutschen Petitionswesen. Auf der heutigen Jahrespressekonferenz des Bundestags-Petitionsausschusses wird sie der Öffentlichkeit in Anwesenheit von Bundestagspräsident Norbert Lammert vorgestellt.

      Die Möglichkeit, Petitionen an Behörden oder Parlamente zu richten, gehört in Deutschland zu den grundgesetzlich garantierten Bürgerrechten. Meist handelt es sich dabei um Beschwerden oder um Bitten, bestimmte Gesetze zu ändern bzw. zu beschließen. Daten zur Bekanntheit und zur Nutzung des Petitionsrechts lagen für Deutschland bisher nicht vor. Mit der im Auftrag des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) durchgeführten Befragung „Bekanntheit und Ansehen des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages und Nutzung des Petitionsrechts in Deutschland“ konnte diese Wissenslücke nun geschlossen werden. Das TAB mit Sitz in Berlin wird vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT betrieben.

      Im Hinblick auf Bekanntheit und Nutzung des Petitionsrechts stellte sich heraus, dass 67,1 % der Bevölkerung vom Petitionsrecht schon einmal gehört und 21,4 % es mindestens einmal selbst genutzt haben (durch Unterstützung oder eigene Einreichung einer Petition). 19,3 % der Bevölkerung haben eine Sammel- oder Massenpetition durch ihre Unterschrift unterstützt und 3,6 % eine Petition selbst initiiert und eingereicht. Die überwiegenden Nutzer des Petitionsrechts sind ältere, gut gebildete, an Politik interessierte, internetversierte Männer. Die ost- und die westdeutsche Bevölkerung unterscheidet sich, was die Bekanntheit und Nutzung des Petitionsrechts angeht, nicht voneinander. »Während der erste Befund«, so Projektleiter Ulrich Riehm vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, »unseren Erwartungen entspricht, ist das zweite Ergebnis überraschend, da die Bevölkerung in den neuen Bundesländern in Bezug auf Petitionen bislang als aktiver galt«.

      Unter den möglichen Adressaten für eine Petition (Petitionsausschüsse und Bürgerbeauftragte der Bundesländer, Petitionsausschuss und Bürgerbeauftragter des Europäischen Parlaments) ist der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages der bekannteste; 52,4 % haben von ihm bereits einmal gehört. Zugleich steht das Petitionswesen in Konkurrenz zu anderen Verfahren der politischen Teilhabe. Hier übertreffen die Beteiligungsquoten an Unterschriftensammlungen (64,5 %), Demonstrationen (41,2 %), öffentlichen politischen Diskussionen (39,6 %) und direkter Ansprache von Vertretern der Politik oder der Verwaltung (35,6 %) deutlich jene 21,4 %, die sich an Petitionen beteiligt haben. »Dennoch zeugt die Tatsache«, so Ulrich Riehm, »dass rund jeder fünfte Deutsche sich schon einmal des Instruments der Petition bedient hat, davon, dass dieses Grundrecht für die Bevölkerung durchaus einen Stellenwert hat«.

      Bei der Behandlung ihrer Petition durch den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages steht für 37,7 % der Befragten die Gründlichkeit der Bearbeitung an erster Stelle, gefolgt von einer verständlichen Rückmeldung und einer raschen Behandlung. Bislang wurden in der Öffentlichkeit vor allem die langen Bearbeitungszeiten im Petitionsverfahren kritisiert. Überraschend ist auch die Bewertung unterschiedlicher Einreichungswege für eine Petition an den Deutschen Bundestag: An erster Stelle steht mit 48,0 % der Brief, an zweiter Stelle mit 26,7 % die persönliche Vorsprache und an dritter Stelle mit 18,1 % die Einreichung über das Internet. In der Altersgruppe bis 24 Jahre wird die persönliche Vorsprache – die derzeit gar nicht vorgesehen ist – sogar favorisiert. Hier zeigt sich, dass die Ergänzung des bisherigen Einreichungsmediums Brief durch das Internet durchaus noch nicht alle Wünsche der Bevölkerung im Hinblick auf einen einfachen Zugang zum Petitionsausschuss erfüllt.

      Insgesamt wurden im November 2008 1.014 Personen telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 16 Jahren, für die befragten ausländischen Staatsangehörigen gilt nur eine eingeschränkte Repräsentativität. Die Befragung ist Bestandteil des Technikfolgenabschätzungs­projekts »Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe«, das vom TAB im Auftrag des Bundestages in den Jahren 2006 bis 2008 durchgeführt worden ist. Anlass war der im September 2005 begonnene Modellversuch »Öffentliche Petitionen«, in dem der Bundestag das Internet in das Petitionsverfahren einbezog. Petitionen können seither auch elektronisch übermittelt, im Internet unterstützend mitgezeichnet sowie in Foren diskutiert werden.

      Die Berliner Technikforscher des TAB haben den Modellversuch »Öffentliche Petitionen« wissenschaftlich begleitet, nach Erträgen und Folgen gefragt und die Analysen in den Kontext der Entwicklung des Petitionswesens und der E-Demokratie gestellt. Die Elemente des Modellversuchs wurden von den Befragten positiv bewertet: Die seit 2005 angebotenen Möglichkeiten, sich über Petitionen im Internet zu informieren, finden 73,0 % der Befragten gut oder sehr gut. 65,8 % beurteilen die Diskussionsmöglichkeiten und 59,4 % die Möglichkeit der Mitzeichnung von Petitionen im Internet als gut oder sehr gut.

      Die Ergebnisse der Befragung sind erschienen als TAB-Hintergrundpapier Nr. 17; es ist zu beziehen über das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (buero@tab.fzk.de) oder kann vom Webangebot des TAB heruntergeladen werden. Der Abschlussbericht des Gesamtprojekts ist im Juni 2009 in Buchform erschienen (Ulrich Riehm, Christopher Coenen, Ralf Lindner, Clemens Blümel: Bürgerbeteiligung durch E-Petitionen. Analysen von Kontinuität und Wandel im Petitionswesen, Edition Sigma, ISBN 978-3-8360-8129-0).

      Kontakt

      Ulrich Riehm
      Büro für Technikfolgen-Abschätzung
      beim Deutschen Bundestag
      Tel. 030/28 491-105
      E-Mail riehm@itas.fzk.de

      KIT-Presseinformation (als PDF)

      Bibliographische Angaben zum Hintergrundpapier

      Barbara Lippa, Herbert Kubicek, Stephan Bröchler
      Bekanntheit und Ansehen des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages
      und Nutzung des Petitionsrechts in Deutschland

      Gutachten im Rahmen des TA-Projekts »Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe«
      [PDF-Datei] [Zusammenfassung]

      Bibliographische Angaben zur Buchveröffentlichung

      Ulrich Riehm, Christopher Coenen, Ralf Lindner, Clemens Blümel
      Bürgerbeteiligung durch E-Petitionen.
      Analysen von Kontinuität und Wandel im Petitionswesen
      edition sigma, Berlin, 2009, ISBN 978-3-8360-8129-0
      Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, Bd. 29
      (zugleich TAB-Arbeitsbericht Nr. 127 »Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe« [Zusammenfassung])


      Der neue TAB-Brief ist erschienen

      Auch wenn die Finanz- und Wirtschaftskrise zurzeit in aller Munde ist – die Frage, wie zukünftig Welternährung und globale Energieversorgung gewährleistet werden können, ist nach wie vor von höchster Priorität.

      Der Schwerpunkt des TAB-Briefs Nr. 35 ist den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gewidmet, denen sich die globalisierte Landwirtschaft stellen muss. Im Zentrum stehen dabei die Sicherstellung einer angemessenen Welternährung sowie eines Beitrags zur Energieversorgung durch Energiepflanzen. Die drei Beiträge zeigen aus verschiedenen Perspektiven die Komplexität dieser Aufgaben, die im Zeichen von Klimawandel und wachsender Weltbevölkerung gelöst werden müssen.

      Ansonsten finden sich im TAB-Brief interessante Informationen zu und aus den aktuellen Untersuchungen, die das TAB im Auftrag des Deutschen Bundestages durchführt.

      Die elektronische Ausgabe des TAB-Briefes Nr. 35 kann als PDF-Datei vom Web-Angebot des TAB herunter geladen werden. Frühere Versionen finden sich unter http://www.tab.fzk.de/de/tabbrief.htm.
      Die gedruckte Ausgabe kann kostenlos beim Sekretariat - bitte per E-Mail buero@tab.fzk.de oder Fax (030/28491-119) - einmalig oder zum regelmäßigen Bezug angefordert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, per E-Mail über das Erscheinen der jeweils nächsten Ausgabe informiert zu werden.


      Bürgerbeteiligung durch E-Petitionen

      Mit dem im September 2005 begonnenen Modellversuch „Öffentliche Petitionen“ bezog der Deutsche Bundestag das Internet in das Petitionsverfahren mit ein und erreichte damit eine größere Transparenz des Petitionsgeschehens. Petitionen können seitdem elektronisch übermittelt, im Internet unterstützend mitgezeichnet und diskutiert werden.

      Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat diesen Prozess wissenschaftlich begleitet und nach den Erträgen und Folgen des Modellversuchs gefragt. Wurden mehr Petitionen eingereicht? Wer hat sich an den elektronischen Petitionen beteiligt? Wie wurde in den Onlineforen über die Petitionen diskutiert, und wie wurden die Diskussionsergebnisse in den politischen Prozess der Beratung über Petitionen eingebracht? Auf diese wie weitere Fragen gibt diese Studie auf Basis einer umfassenden Empirie erstmals Antworten.

      Die Analysen zum Modellversuch des Deutschen Bundestages werden dabei in den Kontext der Entwicklung des Petitionswesens und der E-Demokratie insgesamt gestellt. Fallstudien zur Einführung von elektronischen Petitionssystemen beim schottischen Parlament, beim britischen Premierminister, in Südkorea, Australien (Queensland) und Norwegen runden das Bild ab.

      Bibliographische Angaben

      Ulrich Riehm, Christopher Coenen, Ralf Lindner, Clemens Blümel
      Bürgerbeteiligung durch E-Petitionen.
      Analysen von Kontinuität und Wandel im Petitionswesen.
      edition sigma, Berlin 2009, ISBN 978-3-8360-8129-0
      Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, Bd. 29
      (zugleich TAB-Arbeitsbericht Nr. 127 »Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe« [Zusammenfassung])


Mai 2009

      Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem – Ergebnisse des TAB-Zukunftsreports werden am 27. Mai in einer öffentlichen Veranstaltung im Deutschen Bundestag präsentiert und diskutiert

      Die individualisierte Medizin könnte die Gesundheitsversorgung in etwa 15 bis 20 Jahren wesentlich prägen und alle Stufen der Leistungserbringung – von der Prävention über (Früh-)Diagnostik bis zu Therapie und Nachsorgemonitoring – durchdringen. Sie birgt das Potenzial, anspruchsvollere Qualitäts- und Kostenziele in der Gesundheitsversorgung zu erreichen, indem sie medizinische Leistungen bereitstellt, die spezifischer als bisher an das Individuum angepasst sein werden.

      Im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hat das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) erstmals die relevanten wissenschaftlich-technischen Entwicklungslinien in einem Zukunftsreport integriert betrachtet. Darin werden Erkenntnisse und Technologien aus der Genomforschung, dem Tissue Engineering, der Stammzellforschung und der Nanomedizin im Hinblick auf ihre Potenziale und Herausforderungen für eine individualisierte Medizin untersucht. Da es in diesen Bereichen zurzeit noch wenige anwendungsnahe Entwicklungen gibt, bleiben auch die Konturen einer solchen Medizin, ihre Möglichkeiten und Grenzen noch teilweise unscharf. Dennoch ist es aus gesellschaftlicher und politischer Perspektive wichtig, sich frühzeitig mit der Frage zu befassen, ob und wie Produkte und Verfahren der individualisierten Medizin in die Gesundheitsversorgung integriert werden könnten.

      Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat als wissenschaftliche Beratungseinrichtung des Deutschen Bundestages die Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse werden am 27. Mai 2009, 14.30 bis 17.00 Uhr in einem öffentlichen Fachgespräch unter Federführung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung dem Parlament und der Öffentlichkeit vorgestellt und im Rahmen eines Expertengesprächs diskutiert.

      Anmeldungen richten Sie bitte an das Sekretariat des Bildungs- und Forschungsausschusses
      Fax 030 227 36845 / Fon 030 227 37703 oder -33543
      E-Mail bildungundforschung@bundestag.de
      Hinweis: Zum Einlass ist ein Personalausweis notwendig.


April 2009

      TAB-Bericht zum Einsatz transgenen Saatguts in Entwicklungsländern erschienen

      In einem TA-Projekt hat das TAB die Auswirkungen des Einsatzes transgenen Saatguts auf die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen in Entwicklungsländern umfassend analysiert. Der Endbericht wurde von Projektleiter Dr. Arnold Sauter am 22. April 2009 im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung vorgestellt und ist ab heute als pdf-Version zugänglich.

      Der TAB-Bericht mit dem Titel „Transgenes Saatgut in Entwicklungsländern – Erfahrungen, Herausforderungen, Perspektiven“ gibt einen Überblick über die internationale Debatte zu Chancen und Risiken der Nutzung gentechnisch verändert Sorten in Entwicklungsländern. Einen weiteren Schwerpunkt bilden vier Fallstudien zu Ländern mit ausgedehntem und mit bislang begrenztem Einsatz von GVP: Brasilien, Chile, China und Costa Rica. Die Untersuchung zeigt, dass die heftigsten Kontroversen weltweit um die Themen Teilhabe und Sozialverträglichkeit kreisen und nicht vorrangig um technisch-naturwissenschaftliche Fragen von biologischer Sicherheit. Es wird deutlich gemacht, wie dünn die Datenlage zu den sozioökonomischen Effekten auch nach zwölf Jahren zunehmenden kommerziellen Anbaus von transgenem Saatgut ist. Auch ist unübersehbar, dass das Spektrum der Pflanzenarten, Sorten und Eigenschaften bislang sehr begrenzt ist.

      Die Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen in absehbarer Zukunft differenzierte, angepasste Optionen für unterschiedlich entwickelte Agrarwirtschaften bieten können, lässt sich nicht abschließend beantworten. Die deshalb erforderliche weitere Debatte sollte problemorientiert erfolgen. Dabei müssten – ausgehend von den zentralen Herausforderungen der Landwirtschaft – gentechnische Züchtungsansätze im Vergleich mit alternativen Optionen hinsichtlich ihres Problemlösungspotenzials ohne Vorabfestlegung analysiert werden.

      Bibliographische Angaben

      Arnold Sauter
      Transgenes Saatgut in Entwicklungsländern – Erfahrungen, Herausforderungen, Perspektiven
      Endbericht zum TA-Projekt »Auswirkungen des Einsatzes transgenen Saatguts auf die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen in Entwicklungsländern«
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 128 [Zusammenfassung] [Summary] [Gesamtbericht PDF-Datei 3.223 KB/294 S.]




      TAB legt Bericht zum Einsatz elektronischer Petitionssysteme vor

      Am 4. März 2009 wurden die Ergebnisse des TA-Projektes »Öffentliche und elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe« in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (ABFTA) des Deutschen Bundestags – bei Teilnahme der Vorsitzende sowie der Obleute des Petitionsausschusses –vorgestellt und der Bericht abgenommen. Dieser liegt nun in gedruckter Form vor.

      Gegenstand des TA-Projektes war der Modellversuch »Öffentliche Petitionen« des Deutschen Bundestags, der die Möglichkeit eröffnete, Petitionen elektronisch einzureichen, im Internet zu veröffentlichen, mitzuzeichnen und zu diskutieren. Darüber hinaus wurden auch andere Eingabe-, Beschwerde- und Schlichtungsstellen national und international vergleichend analysiert. Von besonderem Interesse waren die durch das Internet ermöglichten partizipativen und diskursiven Verfahrenselemente.

      Der Bericht enthält ein ausführliches Kapitel zum Petitions- und Eingabewesen im In- und Ausland. Dabei werden für Deutschland die parlamentarischen Petitionsausschüsse auf den verschiedenen staatlichen Ebenen sowie die staatlichen, aber thematisch spezialisierten »Beauftragten« beim Parlament oder der Exekutive betrachtet. Des Weiteren werden Eingabe- und Beschwerdestellen in der Privatwirtschaft und im Mediensektor, einschließlich des Internets, dargestellt. Die Vielfalt der Eingabestellen sowie ihre spezifische Einbettung in die jeweiligen politischen Systeme und Kulturen zeigen sich bei der Darstellung des Petitions- und Ombudswesens im Ausland. Einen allgemeinen Entwicklungstrend im Petitionswesen scheint es nicht zu geben.

      Inhalt eines weiteren umfangreichen Kapitels sind Fallstudien zu den E-Petitionssystemen bei den Parlamenten in Schottland und Queensland, den Verwaltungen norwegischer Kommunen sowie bei der Exekutive in Großbritannien und Südkorea. Eingegangen wird auch auf private Anbieter von E-Petitionsplattformen sowie auf die Rolle von E-Petitionen für politische Kampagnen von Nichtregierungsorganisationen.

      Vorgeschichte sowie Funktionsweise des Modellversuchs »Öffentliche Petitionen« des Deutschen Bundestages werden in einem weiteren Kapitel dargestellt. Insbesondere enthält dieses Kapitel die Ergebnisse der Evaluation des Modellversuchs. Eingegangen wird u. a. auf die Resonanz des Modellversuchs in Öffentlichkeit und Politik, auf die Passfähigkeit des technisch-organisatorischen Systems »Öffentliche Petitionen« vor dem Hintergrund der etablierten Verfahrensweisen des Bundestages sowie auf die Qualität der Beiträge im Diskussionsforum.

      In einem abschließenden Teil werden Vorschläge zur verfahrensmäßigen und softwaretechnischen Neugestaltung des Systems »Öffentliche Petitionen« des Deutschen Bundestages gemacht. Es folgen Ausführungen zu einigen Optionen für eine Weiterentwicklung des Petitionswesens des Deutschen Bundestages, die über die öffentlichen Petitionen hinausweisen und zu einer weiteren Profilierung des Petitionsausschusses beitragen könnten.

      Bibliographische Angaben

      Ulrich Riehm, Christopher Coenen, Ralf Lindner, Clemens Blümel
      Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe.
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 127 [Zusammenfassung]

      Die gedruckte Fassung kann – solange vorrätig – beim Sekretariat des TAB (buero@tab.fzk.de) angefordert werden.
      Die Zusammenfassung des Berichts steht im Internet unter http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab127.htm zur Verfügung.

      Eine Buchveröffentlichung in der bei der edition sigma erscheinenden Reihe der Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung ist in Vorbereitung.


März 2009

      Individualisierte Medizin – personalisiert, prädiktiv und präventiv?

      Die individualisierte Medizin verspricht, in der Zukunft eine bessere und kostengünstige Gesundheitsversorgung für häufige »Zivilisationskrankheiten« zu erreichen, indem diese spezifischer als bisher an das Individuum angepasst ist. Die individualisierte Medizin könnte medizinische Leistungen von der Prävention über (Früh-)Diagnostik bis zu Therapie und Nachsorgemonitoring durchdringen. Beiträge liefern eine Vielzahl wissenschaftlich-technischer Entwicklungen, die von der Genomanalyse über molekulares Imaging, Zelltherapien mit körpereigenen Zellen, Pharmakogenetik und Nutrigenomik bis hin zur Ermittlung patientenspezifischer Proteinexpressionsmuster reichen. Sie stellen neuartige Biomarker und zugehörige Messverfahren bereit, mit denen die Patienten feiner oder zielgenauer in behandlungsrelevante Gruppen eingeteilt werden können. Im Zukunftsreport werden der aktuelle Entwicklungsstand und künftige Perspektiven dieser Entwicklungen integriert aufgezeigt und die Implikationen analysiert, die sich aus einer individualisierten Medizin für die medizinische Versorgung, für Unternehmen und Krankenversicherung ergeben könnten. Zentrale Herausforderungen liegen darin, forschungs- und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen, die gewährleisten, dass aus der überwältigenden Fülle der Biomarker diejenigen weiterentwickelt und zügig in die Gesundheitsversorgung eingeführt werden, die tatsächlich einen Mehrwert in Bezug auf den klinischen Nutzen bieten.

      Bibliographische Angaben

      Bärbel Hüsing, Juliane Hartig, Bernhard Bührlen, Thomas Reiß, Sibylle Gaisser
      Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem
      TAB-Arbeitsbericht Nr. 126, Juni 2008 [Zusammenfassung] [Gesamtbericht PDF-Datei 1.924 KB/348 S.]


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Stand: 19.01.2010


Bestellung von Publikationen - bitte nur schriftlich - beim Sekretariat des TAB:

Büro für Technikfolgen-Abschätzung
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