TAB

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung
beim Deutschen Bundestag

(Kurzinformation)


Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung (TAB) beim Deutschen Bundestag wurde 1990 eingerichtet mit dem Ziel, Beiträge zur Verbesserung der Informationsgrundlagen forschungs- und technologiebezogener Beratungs- und Entscheidungsprozesse im Deutschen Bundestag zu leisten. Das TAB wird vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Forschungszentrums Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben. Das TAB ist eine organisatorische Einheit des ITAS. Seit September 2003 kooperiert das Forschungszentrum Karlsruhe in Teilbereichen mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe.

Zu den Aufgaben des TAB gehören vor allem die Konzeption und Durchführung von Projekten der Technikfolgen-Abschätzung (TA) und - zu deren Vorbereitung und Ergänzung - die Beobachtung und Analyse wichtiger wissenschaftlich-technischer Trends und damit zusammenhängender gesellschaftlicher Entwicklungen (Monitoring). Der Aufgabenkatalog zur parlamentarischen TA enthält ferner - unter Federführung des ISI - Beiträge zur langfristigen Technikvorausschau (Zukunfts-Reports), zur Analyse internationaler Politiken (Politik-Benchmarking) sowie zum Innovationsgeschehen (Innovations-Reports).

Die Ziele politikberatender Technikfolgen-Abschätzung bestehen im Verständnis des TAB darin,

  • die Potenziale neuer wissenschaftlich-technischer Entwicklungen zu analysieren und die damit verbundenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Chancen auszuloten,
  • die rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Realisierung und Umsetzung wissenschaftlich-technischer Entwicklungen zu untersuchen,
  • die potenziellen Auswirkungen der Nutzung neuer wissenschaftlich-technischer Entwicklungen vorausschauend und umfassend zu analysieren und Möglichkeiten für eine strategische Nutzung der Chancen des Technikeinsatzes und für die Vermeidung oder Abmilderung seiner Risiken aufzuzeigen

sowie auf dieser Grundlage

  • alternative Handlungs- und Gestaltungsoptionen für politische Entscheidungsträger zu entwickeln.

In Übereinstimmung mit den Ausschüssen des Deutschen Bundestages und den von den Fraktionen benannten Berichterstattern zu TA geht das TAB bei seinen Aktivitäten von einem konstruktiven Verständnis von Technikfolgen-Abschätzung aus: Zielführend ist nicht die Frühwarnung vor technikbedingten Risiken. Vielmehr geht es bei TA-Untersuchungen um das vorausschauende Abwägen von Chancen und Risiken und um die Gestaltung neuer technischer Entwicklungen und ihrer Rahmenbedingungen.

Das TAB arbeitet in strikter Orientierung am Informationsbedarf des Deutschen Bundestages und seiner Ausschüsse. Auftraggeber des TAB ist der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Er entscheidet über die Arbeitsschwerpunkte des TAB, die sich auch aus Anforderungen von anderen Fachausschüssen zur Durchführung von TA-Analysen ergeben. Die wissenschaftliche Verantwortung für die Arbeitsergebnisse des TAB liegt bei dessen Leiter. Ein fachliches Weisungsrecht Dritter besteht nicht.

Berichterstatter (eines oder mehrerer Ausschüsse) begleiten die TAB-Projekte und helfen bei der Integration der Ergebnisse in die Ausschussaktivitäten.

Die Ergebnisse der TA-Projekte und sonstiger Arbeiten des TAB werden vor allem in Form von TAB-Arbeitsberichten dokumentiert und verfügbar gemacht. Die Endberichte der TA-Projekte werden ferner als Bundestagsdrucksachen veröffentlicht. Seit 1996 erscheinen ausgewählte TAB-Endberichte zu TA-Projekten auch in einer Buchreihe ("Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag", edition sigma, Berlin).

Der in der Regel zweimal pro Jahr erscheinende TAB-Brief (Auflage z.Z. 2.300) enthält vor allem Informationen über das Arbeitsprogramm des TAB und berichtet über die Ergebnisse von TAB-Projekten und Monitoring-Aktivitäten.


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Stand: 03.03.2005 buero@tab.fzk.de