TAB

TA-PROJEKT

Analyse netzbasierter Kommunikation unter kulturellen Aspekten



Hintergrund, zentrale Aspekte des Themas

Die Forschung zur netzbasierten Kommunikation hat sich in den letzten Jahren ähnlich rasant entwickelt wie das Internet selbst. Die Relevanz dieses relativ neuen Forschungsfeldes ergibt sich u.a. aus der großen Bedeutung, die dem Internet für mehrere wichtige gesellschaftliche Trends (wie z.B. die Globalisierung) beigemessen wird. Der Wandel, der aus diesen Trends folgt, wird oft als ein umfassender Kulturwandel eingeschätzt, mit Auswirkungen auf alle Lebensbereiche moderner Gesellschaften.

Auch die Politik wird durch netzbasierte Kommunikation mittelbar und unmittelbar beeinflusst. Der unmittelbare Einfluss zeigt sich nicht nur in "E-Government" und "E-Democracy", sondern auch in den vielfältigen neuen "Möglichkeiten und Anforderungen, die sich für das politische Handeln unterschiedlicher Akteure ergeben. Mittelbar wird die Politik durch netzbasierte Veränderungen der kulturellen Grundlagen und Praxis demokratischer Gesellschaften geprägt.

Leitende Fragestellungen, Vorgehensweise

Auf Vorschlag des Ausschusses für Kultur und Medien sollen netzbasierte Kommunikation differenziert analysiert sowie das Thema "Das Internet als Gegenstand politischer Gestaltung" aufgegriffen werden.

Für die Umsetzung im Rahmen des TAB-Projektes werden eine spezielle Perspektive der Untersuchung sowie eine thematische Fokussierung gewählt. Die Perspektive ergibt sich aus der Frage nach den Auswirkungen netzbasierter Kommunikation auf die kulturellen Grundlagen und die kulturelle Praxis demokratischer Gesellschaften.

Zur Fokussierung der Untersuchung im Rahmen der gewählten Perspektive wird folgende zentrale Untersuchungsfrage definiert: Wie sind die Möglichkeiten und Auswirkungen des Internet hinsichtlich neuer Formen der Information, Kommunikation und Kooperation in Kultur und Politik einzuschätzen?

Es werden folgende Teilfragen in den Mittelpunkt gerückt:

  • Wie verändern sich durch das Internet die technischen und ökonomischen Grundlagen medialer Öffentlichkeit und der Medienkultur, und was bedeutet das für die Gestaltungs- und Interaktionsmöglichkeiten des Individuums?
  • Wie verändern sich durch netzbasierte Kommunikation die Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten von politischen Organisationen und soziokulturellen Gruppen?
  • Welche Bedeutung haben neue Möglichkeiten kultureller Selbstentfaltung und Teilhabe, des Wissenserwerbs sowie netzbasierter Interaktion für die Qualität politischer Diskurse, Partizipationsansprüche und das Ziel der Chancengleichheit bei Information und Bildung?
  • Inwieweit lässt sich die These vom Internet als neuer Form politischer Öffentlichkeit stützen?

Übergreifend stellt sich die Querschnittsfrage nach politischem Gestaltungsbedarf und Gestaltungsoptionen.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen. In Phase 1 soll der Stand der Forschung aufgearbeitet werden.

In Phase 2 werden ausgesuchte Forschungsthemen ausführlicher behandelt und – zur weiteren Reflexion und Konkretisierung der genannten Fragen – Leitfragen für exemplarische empirische Untersuchungen netzbasierter Kommunikation entwickelt.

In Phase 3 wird auf der Basis der Ergebnisse von Phase 1 und 2 (und erster Schlussfolgerungen hinsichtlich des politischen Gestaltungsbedarfs und politischer Gestaltungsmöglichkeiten) ein Workshop mit einschlägigen wissenschaftlichen Experten und medien- und kulturpolitischen Fachleuten durchgeführt.

Abschluss: Mai 2005

Kontakt

Prof. Dr. Armin Grunwald
grunwald@itas.fzk.de
Tel.: 07247/82-2500

Prof. Dr. Gerhard Banse
banse@itas.fzk.de
Tel.: 07247/82-3978

Christopher Coenen
coenen@tab.fzk.de
Tel.: 030/28491-116

Dr. Leonhard Hennen
hennen@tab.fzk.de
Tel.: 030/28491-108


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Stand: 07. Juli 2003